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Orte: Wien Quellentypen: Aufzeichnungen in Buchform: 28 Haushaltsbücher; 4 Poesiealben Zum Bestand: Schreiberin: Ernestine P. (geb. H.); 1923-2013, geb. und gest. in Wien
Übergeberin: Dr.in Erna P. (Tochter von Ernestine P.), 2011, 2014, 2017
Ernestine P. ist in Wien aufgewachsen. Ihre Eltern waren Maria H. (geb. F., 1902-1983) und Leopold H. (1896-1980), der Vater war Sicherheitsbeamter. Seit 1922 lebten die Eltern in einer Mietwohnung im 12. Wiener Gemeindebezirk.
Aus Ernestine P.s Jugendzeit sind 2 Poesiealben erhalten, die Einträge von Februar 1937 bis Jänner 1946 und zwei Eintragungen aus Jänner 1966 enthalten. Die Einträge sind häufig mit bunten Zeichnungen umrahmt oder mit eingeklebten Kärtchen verziert.
Bis zu ihrer Heirat mit Franz Josef P. (1918-1989) arbeitete Ernestine P. als Büroangestellte. Franz P. war Verlagsmitarbeiter und ist mit zwei Geschwistern in einer Arbeiter:innenfamilie in einer Kleingartensiedlung im 12. Bezirk aufgewachsen. Seine Mutter Auguste P. (geb. L., 1891-1950) zog hier Gemüse und hielt auch Hühner und Hasen. 1944 wurde Ernestine und Franz P.s Tochter Dr.in Erna P. geboren.
Von Herbst 1949 bis zu ihrer Übersiedelung in ein Pflegeheim 2003 führte Ernestine P. insgesamt 28 Haushaltsbücher, die sie als „Einschreibbuch“ oder „Kassabuch“ betitelte. Als Schreibunterlage verwendete sie Hefte im A5-Format mit vorgedruckten Rastern. Die Einträge in den ersten Heften sind mit Bleistift verfasst, ab 1957 verwendete sie Kugelschreiber. In den von Oktober 1949 bis Jänner 1992 geführten Büchern sind von vorne nach hinten eingeschrieben die täglichen Ausgaben eingetragen. Von hinten nach vorne sind unter dem Titel „Privat Ausgaben u. Einnahmen“ nicht alltäglich Aufwendungen gelistet. Die 6 Bände ab Februar 1992 sind durchgehend von vorne nach hinten beschrieben. Die Seiten sind jeweils mit Monatsnamen überschrieben, die einzelnen Einträge täglich datiert. Im Jänner 1953 verzeichnete Ernestine P. als tägliche Ausgaben u.a. „5 kg Holz“, „Sardinen“, „Taschengeld Vati“, „Taschengeld Mutti“ und „Erni Theater“. Unter den „Privat Ausgaben u. Einnahmen“ wurden 1953 beispielsweise „Dauerwellen“, eine „Kommunionkerze“ und eine „Harmonika“ vermerkt, im März 1974 „Staubsaugerschlauchreparatur“, „Kulturgroschen“, „Putzerei“ oder eine „Eiserne Reserve“ von 100 Schilling.
Dem schriftlichen Nachlass von Ernestine P. ist auch das Poesiealbum ihrer Tochter Erna P. zugeordnet. Die Einträge darin (44 Seiten) wurden im Zeitraum von Februar 1954 bis März 1991 geschrieben und sind teilweise mit Zeichnungen und eingeklebten Kärtchen verziert.
Das vierte vorliegende Poesiealbum gehörte Maria B. (geb. 1901). Sie war die Mutter einer Freundin von Erna P.. Das Album ist mit Samt eingebunden und einer goldenen Plakette geschmückt. Die Einträge darin (41 Seiten) wurden im Zeitraum von Jänner 1913 bis Juni 1922 geschrieben und sind ebenfalls teilweise mit Zeichnungen und Kärtchen verziert. Maria B. ist mit 9 Brüdern in Wien Ottakring aufgewachsen. Der Vater war Bäckergeselle, sie selbst machte die Gesellinnenprüfung zur Schneiderin. |